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Das „who is who…“ des Coaching

Hier erhalten Sie einen Überblick über bedeutende Entwickler, Denker, Praktiker, Wissenschaftler zu Modellen und Theorien, die einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Coaching beigetragen haben. Hintergrundwissen ist für Teilnehmer einer systemischen Coaching Ausbildung besonders hilfreich um zu verstehen, wie systemisches Coaching entstanden ist, welche Einflüsse wichtig waren und welche Denkmodelle parallel zu systemischen Coaching Modellen existieren. Dabei sind Ansätze aus der Psychologie, der Hypnose, der humanistischen Psychologie, der energetischen Arbeit, den Geisteswissenschaften und der systemischen Therapie wichtige Entwicklungen für Systemisches Coaching um auch Abgrenzungen, Gegensätze und Ähnlichkeiten abbilden zu können.
Viele Hypothesen und Modelle aus der Psychologie beschäftigen sich mit der Kategorisierung und der Ursachenforschung von Problembeschreibungen und Krankheitsbildern. Systemisches Coaching hingegen setzt sich mit Wechselwirkungen lebender Systeme auseinander und richtet die Aufmerksamkeit auf eine wertschöpfend zukunftsorientierte Entwicklung von Menschen.
In einer Coaching Ausbildung ist das Lernen der Unterschiede zwischen Analyse, Diagnose, ziel- und lösungsorientierten Arbeiten ein wichtiger Bestandteil um in zukünftigen Coaching Settings klar zwischen der Wahrnehmung und dem Werten differenzieren zu können.

Alfred Adler

* 07. Februar 1870 in Rudolfsheim bei Wien, † 28.Mai 1937 in Aberdeen;
Begründer der Individualpsychologie

Leben:
Alfred Adler wurde als Sohn eines jüdischen Getreidehändlers in der Nähe von Wien geboren. Bereits mit fünf Jahren wusste er, dass er Arzt werden wollte und erreichte 1895 seinen Abschluss in Medizin an der Wiener Universität. Während seines Studiums lernte er Raissa Timofejewna, die er 1897 heiratete, kennen. Zunächst arbeitete Alfred Adler als Augenarzt eröffnete jedoch bald eine Praxis für Allgemeinmedizin in einem ärmlichen Bezirk der Stadt. Im Fokus seiner Arbeit standen im wesentlichen die gesellschaftlich Benachteiligten, was seine Ansicht über Reformen in den Bereichen Sozial-, Gesundheits- und Erziehungswesen bestärkte. 1902 lernt Adler Sigmund Freud kennen und nimmt regelmäßig an Diskussionsabenden teil. Nachdem Adler öffentlich Kritik an der Freudschen Sexualtheorie äußerte, zerbricht die Freundschaft. Im selben Jahr gründete er die Gesellschaft freier Psychoanalytiker, heute umbenannt in den Verein für Individualpsychologie. Als Arzt sah er den Menschen als eine Einheit von Geist, Körper und Seele und gehört somit zu den Pionieren der Psychosomatik. 1937 stirbt Alfred Adler im Alter von 67 Jahren.

Coachingbezug:
Mit der Individualpsychologie stellte Adler ein erstes Gesamtpsychotherapie-Modell vor, das zum einen die normale Psyche als auch Psychosen, Neurosen, Psychopathien, Rehabilitation und Prävention mit einschließt.
Adler erkannte den Zusammenhang gesellschaftlicher Faktoren auf die Krankheitsentwicklung. Durch seine ganzheitliche Sicht auf den Menschen lässt er die Freudsche Vorstellung des Menschen als eine Ansammlung von Trieben hinter sich.
Die Psychoanalyse (Freud) sucht nach den Ursachen des seelischen Leidens, während Adler die „Zielstrebigkeit“ bzw. Intentionen des Individuums betont. So strebt nach Adler jedes Wesen danach, von einem „minderwertigen“ zu einem „mehrwertigen Dasein“ zu gelangen. Zudem wird in Adlers Menschenbild jeder Mensch von einem Wir- bzw. Gemeinschaftsgefühl geleitet. Interpersonelle Bezüge der Patienten spielen eine wichtige Rolle in der Adlerschen Schule. Da sich in seiner Lehre der Charakter des Menschen als Resultat der Begegnungen mit anderen Individuen bildet, kann sie auch als Sozialpsychologie der Persönlichkeit bezeichnet werden. So können auch Alfred Adlers Denkansätze als frühes klientenzentriertes Arbeiten, so wie es auch in einer Ausbildung für Systemisches Coaching gelehrt wird, beschrieben werden.

Hinterlassenschaft:
Verein für Individualpsychologie

Marilyn Atkinson

Leben:
Marilyn Atkinson ist die Leiterin von Erickson Coaching International, das auf Organisationsentwickung, Personal Coaching, Teamentwicklung und Kreativitätsentwicklung spezialisiert ist. Ihre Trainingsprogramme beinhalten lösungsfokussierte und Ericksonssche Methoden und sind auf Ergebnisse der aktuellen Hirnforschung gestützt. Sie war Schülerin von Virginia Satir und arbeitete 2 Jahre mit Fritz Perls zusammen. Atkinson brachte NLP nach Kanada und hat aus den Ericksonschen Modellen eine eigene Coaching-Methode entwickelt.

Coachingbezug:
Die Coaching Ausbildung vom Erickson College International wurde bis heute von über 5.000 Menschen besucht und gilt damit als weltweit erfolgreichste Coaching Ausbildung. Die Ausbildung zum Coach am Erickson College wird vom ICF (International Coach Federation) akkreditiert.

Richard Bandler

* 24. Februar 1950 in New Jersey; Amerikanischer Psychologe und
Mitbegründer des Neurolinguistischen Programmierens (NLP)

Leben:
Nach seinem Schulabschluss begann Richard Bandler sein Studium in den Fächern Mathematik, Informationswissenschaften und Psychologie in Santa Cruz. Im März 1973 schloss er sein Studium ab und bekam 1975 den Magisterabschluss in theoretischer Psychologie am Lone Mountain College in San Francisco. Ab 1972 beschäftigte Bandler sich mit den Gestaltsitzungen Fritz Perls und leitete später eigene Gesalttherapie-Gruppen, die ihren Ursprung unter anderem in der Psychoanalyse Freuds haben.
In den 70er-Jahren entwickelte Richard Bandler gemeinsam mit dem Linguistikprofessor John Grinder das NLP. Anhand der Modelle von Milton Erickson, Virginia Satir und Fritz Pearls analysierten sie linguistische Muster und ihre Wirkung auf Klienten. Basierend auf diesen Analysen entwickelten sie Form-Modelle für Verhaltensmuster und sprachliche Formen und leiteten neue Techniken und Modelle für erfolgreiche Kommunikation in Therapien ab, die für jeden erlernbar seien.

Coachingbezug:
Einen entscheidenden Beitrag leistete Bandler z.B. bei der Begründung des Meta-Modells, des Ankern, des Reframings, und des Begriffs der Submodalitäten. Heute gibt Bandler Kurzseminare in NLP und Hypnose. Einige seiner frühen Bücher sind immer noch wichtige Standardwerke des NLP, für Kommunikation und Perönlichkeitsentwicklung. Klassische NLP Interventionen seiner Arbeit sind Bestandteil der meisten NLP Ausbildungen.

Wegbereiter:
Robert Spitzer lernte 1967 Richard Bandler kennen und nahm ihn bei sich auf, um ihn zu fördern. Durch Robert Spitzer wurde Richard Bandler auf die Modelle von Milton Erickson, Virginia Satir und Fritz Pearls aufmerksam.

Gregory Bateson

* 09. Mai 1904 in Grantchester, † 04. Juli 1980 in San Francisco; hatte einen großen Einfluss auf die System- und Familientherapie

Leben:
Im Jahre 1922 begann Gregory Bateson an der Universität Cambridge zunächst Zoologie und später Anthropologie zu studieren. Im Rahmen seines Studiums bereiste er Neu-Guinea und lernte die Anthropologin Margaret Mead, seine spätere Frau, kennen. Seine anthropologische Dissertation verfasste er über einen neu-guinesischen Stamm namens Iatmul. 1938 brachte Margaret Mead die gemeinsame Tochter zur Welt. Bateson gilt als einer der bedeutendsten und kreativsten Denkern des 20. Jahrhunderts. Seine systemisch-kybernetische Denkweise war geprägt von den Einflüssen Platons, Siegmund Freuds, Carl Gustav Jungs, von Russells Typentheorie sowie von verschiedenen Kybernetikern. Um 1950 herum gehörte Bateson zu den Leitfiguren der Macy-Konferenzen, aus denen die Systemtheorie und die Kybernetik hervorgingen. Bateson war von den systemtheoretischen Konzepten so fasziniert, dass er Phänomene sozialer Systeme aus dieser Perspektive neu zu untersuchen begann. Während seiner Gastprofessur an der Stanford University bei Palo Alto befassten sich seine Studien zunehmend mit Kommunikationstheorien und Psychologie. Bateson weigerte sich, von bestimmten gesellschaftlichen Strömungen vereinnahmt zu werden und blieb dem reduktionistischen Denken der etablierten Wissenschaft ebenso kritisch gegenüber wie jeglicher Form esoterischen Gedankenguts.

Coachingbezug:
An der Stanford University entwickelte er zusammen mit anderen Forschern der Palo-Alto-Gruppe die bekannte Double-Bind Theorie über Kommunikationsmuster in Familien schizophrener Patienten. 
Batesons Systemtheorien und Beiträge zur Entwicklung der Kybernetik bilden für „Systemisches Denken & Handeln“, „Systemisches Coaching“ und für eine Ausbildung zum Coach eine wichtige Grundlage und haben maßgeblich die „Systemische Therapie“ geprägt.

Don Beck

* 1937 in den USA; US-amerikanischer Management-Berater und Mitbegründer des National Values Center und Geschäftsführer der Spyral Dynamics Group

Leben:
Zusammen mit Chris Cowan veröffentlichte Beck das Buch Spiral Dynamics. Spiral Dynamics bezeichnet ein kultursoziologisches Entwicklungsmodell, welches biopsychosoziale Systeme auf einer Entwicklungsspirale abbildet. Beck lehrte 20 Jahre lang an der Universität von Nord-Texas und ist seit 2006 am Gallup Institut der Princeton-Universität tätig. Als Teampsychologe beriet er mehrere Sportteams, u.a. die Gewinner der Rugby-Weltmeisterschaft 1995. Heute werden weltweit Seminare und Ausbildungen für Spiral Dynamics angeboten.

Coachingbezug:
Das Buch Spiral Dynamics dient vielen Business Coach Ausbildungen als Modell zur Beschreibung der Entwicklungsphasen von Menschen, Teams und Unternehmen.

Insoo Kim Berg

* 25. Juli 1934 in Korea, † 10. Januar 2007 in Milwaukee; Wegbereiterin der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie (eine Form der Systemischen Therapie)

Leben:
Insoo Kim Berg war eine US-amerikanische Psychotherapeutin, die einen großen Einfluss in Therapie, Beratung, Supervision und Coaching hatte. Gemeinsam mit ihrem Mann Steve de Shazer gründete sie 1978 das „Brief Family Therapy Center“ (BFTC). Insoo Kim Berg war in besonderem Maße an gemeinnütziger Arbeit interessiert und unterstützte derartige Initiativen mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Sie war eine große Inspirationsquelle für ihren Mann und verbrachte selbst die letzten Jahre ihres Lebens mit der Verbreitung der Lösungsfokussierten Beratung in Workshops, Fortbildungen und Supervisionen auf vielen Teilen der Erde.

Coachingbezug:
Mit Steve verbreitete sie die Intervention „Die Wunderfrage“, welche als Grundmodell vieler systemischer Interventionen dient und somit in zahlreichen systemischen Coachingausbildungen vermittelt wird.

Hinterlassenschaft:
Die systemische Intervention „Die Wunderfrage“

Eric Berne

* 10. Mai 1910 in Montreal, † 15. Juli 1970 in Carmel-by-the-Sea, Kalifornien; Entwickler der Transaktionsanalyse (TA)

Leben:
Eric Berne graduierte 1931 an der McGill University in Montreal im Studienfach Medizin und erlangte 1935 seine Promotion. Nach dem Studium legte er seinen Schwerpunkt auf den Bereich Psychiatrie und Psychoanalyse. 1939, nur ein Jahr nach Beendigung seiner medizinischen Ausbildung, ging er als Psychiater in die USA und nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Während des Zweiten Weltkriegs diente Berne in einer medizinischen Einheit der US-Armee. Nach dem Krieg setzte er sein Studium bei Erik Erikson in San Francisco fort. Einen wesentlichen Fokus seiner Arbeit legte er auf „die Intuition im diagnostischen Prozess“, was letztendlich zu seinem Konzept der Transaktionsanalyse führte. Dieses psychotherapeutische Verfahren leitete er aus der Psychoanalyse ab. Eric Berne verstarb mit nur 60 Jahren.

Roger Callahan

* 08. Mai 1925, † 04. November 2013; US-amerikanischer Psychotherapeut und Begründer der Energetischen Psychologie

Leben:
Roger Callahan promovierte als klinischer Psychologe an der Syracuse University und lehrte in den folgenden Jahren dort und an der University of Michigan. Er gilt als Vater der „Meridiantherapie“ und ist der Entwickler der sogenannten Thought Field Therapie (TFT), aus der später viele unterschiedliche Techniken weiterentwickelt wurden, wie zum Beispiel Gary Craigs Emotional Freedom Technique. Die Wirksamkeit dieser Methode erkannte er zum ersten Mal durch Zufall, als er die Übelkeit seiner Frau mit den Techniken eines zuvor besuchten Kinesiologie Kurses behandelte und dann mit überraschendem Erfolg auch ihre Wasserphobie durch Klopfen der Meridianpunkte heilte. Roger Callahan leitete das „Thought Field Therapie Training Center“ in La Quinta und arbeitete als Psychotherapeut.

Coachingbezug:
Die „Thought Field Therapy“ basiert auf der Annahme, dass negative Emotionen durch Störungen des Energiesystems im Körper verursacht werden. Durch Stimulation bestimmter Meridianpunkte sollen die Blockaden im Energiefluss beseitigt und somit die emotionalen Beschwerden gelindert werden. Die Techniken der „Thought Field Therapy“ machte Callahan über Radio- und Fernsehsendungen bekannt. Die Stimulation bestimmter Meridianpunkte wird zunehmend im Coaching, insbesondere als Personal Coach, um Menschen beim Lösen von Blockaden zu unterstützen.

Nachlass:
Thought Field Therapie Training Center in La Quinta

Jean-Martin Charcot

* 29. Dezember 1825 in Paris, † 16. August 1893 in Morvan; Begründete gemeinsam mit Guillaume-Benjamin Duchenne die moderne Neurologie

Leben:
Im Jahr 1853, nach Abschluss seines Medizinstudiums an der Universität Sarbonne in Paris, arbeitete Jean Charcot zunächst als Krankenhausarzt. 1872 wurde Charcot Professor an der Pariser Universität, wo er zahlreiche Arbeiten zur Anatomie und Pathologie des Nervensystems veröffentlichte. 1882 wurde für Jean Charcot der weltweit erste Lehrstuhl für Krankheiten des Nervensystems in Paris errichtet. Er beschrieb als erster die Krankheitsbilder der amyotrophen Lateralsklerose und der neurogenen Arthropathie. Mit seinen psychopathologischen Studien über die Hysterie hatte er großen Einfluss auf die Entwicklung der Psychiatrie und Psychoanalyse durch seinen Schüler Siegmung Freud. Charcots Beschäftigung mit der Hypnose in dem Versuch, eine organische Ursache für die Hysterie zu finden, weckte Freuds Interesse an den psychologischen Ursachen der Hypnose und der Neurosen. 1884 wurden seine Hypothesen, dass Personen, die sich leicht hypnotisieren lassen, psychisch krank seien, in Frage gestellt. Hippolyte Bernheim und Ambroise-Auguste Liébeault stellten die Theorie auf, dass hypnotische Zustände durch Suggestion hervorgebracht werden. Erst kurz vor seinem Tod erkannte Jean Charcot sein Misslingen an.

Coachingbezug:
Nutzung von Trancezuständen für die Bewältigung persönlicher Anliegen.

Hinterlassenschaft:
Der von Alice Winocour inszenierte Spielfilm Augustine zeigt Vincent Lindon in der Rolle des Arztes Jean-Martin Charcot.

Noam Chomsky

* 07. Dezember 1928 in Philadelphia; Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und einer der wichtigsten Theoretiker auf dem Gebiet der Sprachwissenschaft

Leben:
Im Jahr 1945 begann Noam Chomsky sein Philosophie- und Linguistikstudium an der University of Pennsylvania. Anfang der 50er-Jahre studierte er an der Harvard University und promovierte im Fach Linguistik. Seine Theorie einer Universalgrammatik (die Idee, dass jeder Mensch ein angeborenes System zum Verständnis und zur Produktion von Grammatik besitzt) war ein direkter Angriff auf die etablierten Ideen des Behaviorismus und förderte das wissenschaftliche Verständnis des kindlichen Spracherwerbs und der menschlichen Fähigkeit zur Interpretation von Sprache. Seine Kritik an der Arbeit des Behavioristen Skinner war einer der Auslöser der kognitiven Wende in der Psychologie. In seiner Doktorarbeit Logical Structure of Linguistic Theory führte er die Transformationsgrammatik ein, welche die dynamischen Prozesse der Sprachproduktion und Sprachrezeption beschreibt. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie man auf einer beliebigen Sprache mit einer endlichen Anzahl von Regeln eine unendliche Anzahl von Sätzen produzieren kann, und wie ein Hörer Sätze verstehen kann, die er noch nie zuvor gehört hat. Dabei kann die Tiefenstruktur, als die abstrakte syntaktische Basis eines Satzes mit verschiedenen Transformationen in Oberflächenstrukturen, also die Darstellung der Syntax des Satzes (z.B. aktiv vs. passiv) überführt werden. Neben seiner linguistischen Arbeit gilt Chomsky als einer der bedeutendsten Intellektuellen der politischen Linken Nordamerikas.

Coachingbezug:
Aus seiner Transformationgrammatik gingen verschiedene Interview- und Fragetechniken hervor, welche zum Curriculum einer zertifizierten NLP Ausbildung gehören und als Standard Theorie in einer Ausbildung zum Coach zu finden sind.

Gary Craig

Erfinder der Emotional Freedom Technik (EFT)

Coachingbezug:
Craigs Technik ist eine Weiterentwicklung bzw. Vereinfachung der Thought Field Therapie (TFT) von Callahan und basiert auf der Annahme eines Energieflusses im Körper. Durch Stimulation bestimmter Meridianpunkte sollen traumatische Erinnerungen und Blockaden abgebaut werden, die sich als Störung dieses Energieflusses manifestieren. Das Verfahren kann, laut Craig, bei einer Vielzahl an Beschwerden angewendet werden, z.B. zur Behandlung von Traumata, Angst, Schmerzen und Abhängigkeiten. Gary Craig ist Ingenieur und entwickelte EFT vielmehr aus einer spirituellen Sicht, als aus einer psychologisch-wissenschaftlichen Perspektive heraus. EFT wurde zum populärsten Modell der „Klopfmethoden“ in Deutschland, welches mit in der Kombination Coaching und Therapie anzutreffen ist.

Wegbereiter:
Roger Callahan war Lehrer von Gary Craig.

Robert Dilts

* 21. März 1955 in den USA; Autor und Berater aus dem Bereich NLP und Gründer der NLP University (NLP-U)

Leben:
Dilts arbeitete mit John Grinder und Richard Bandler in einer Arbeitsgruppe zusammen und war maßgeblich an der Weiterentwicklung des NLP beteiligt. Seine Arbeit wurde von Milton H. Erickson und Gregory Bateson beeinflusst, bei denen er lernte. Einen wichtigen Teil seiner Arbeit fokussiert sich auf die Untersuchung und Nutzung von Strategien und Glaubenssätzen. Aus einer Kombination der systemischen Therapie und NLP entwickelte Dilts das Systemische NLP. Bekannt ist er auch für sein Modell der „Logical Level“ (Logischen Ebenen), welches verschiedene Ebenen der Veränderung beschreibt. Neben NLP Ausbildungen an der NLP-U in Santa Cruz, Kalifornien, arbeitet Dilts als Business Coach und ist auch gelegentlich in Deutschland mit Seminaren als Teil einer Coachingausbildung zu finden.

Coachingbezug:
Das Modell der „Logical Level“ findet sich in vielen Coaching Ausbildungen wider. Es ist eine Intervention, die verwendet werden kann, um Überlegungen oder Gedanken über Personen, Gruppen oder Organisationen zu ordnen. Durch diese Intervention soll ein Verständnis über die Interaktion in einem System entstehen.

Wegbereiter:
Lehrer: Milton H. Erickson und Gregory Bateson; Zusammenarbeit mit: John Grinder und Richard Bandler

Nachlass:
Gründer der NLP University in Santa Cruz, Californien

Masaru Emoto

* 22. Juli 1943 in Yokohama, Japan; Japanischer Autor und Unternehmer

Leben:
Masaru Emoto studierte Politikwissenschaften an der Städtischen Universität Yokohama. Im Oktober 1992 schloss er seine Ausbildung zum Alternativmediziner an der International Open University ab. Masaru ist bekannt für seine Idee, dass Wassermoleküle ihre Struktur dadurch verändern, wenn sie Musik, Worte oder Gedanken ausgesetzt werden. In seiner Untersuchung gab er an, gefunden zu haben, dass Wasserkristalle eine schöne oder hässliche Formation haben, in Abhängigkeit davon, ob sie mit positiven oder negativen Gedanken oder Sätzen bedacht worden waren. Interessant erscheinen diese Befunde auch hinsichtlich der Tatsache, dass der menschliche Körper zu über 80% aus Wasser besteht. Seine wenig wissenschaftliche Vorgehensweise wurde jedoch häufig kritisiert, da er z.B. die Fotografen der Wasserkristalle zu Kreativität anstatt zu einheitlicher Vorgehensweise aufforderte und seine Ergebnisse in keiner objektiven Nachfolgestudie repliziert werden konnten. James Randi bot Masaru 2003 sogar öffentlich 1 Millionen Dollar, wenn seine Ergebnisse in einer Doppel-blind-Studie repliziert werden könnten. Masaru verkauft Wasserprodukte aus seinen Studien, in denen er eine besondere Ästhetik der Wasserkristalle durch die positive Wirkung der Worte und Gedanken anpreist.

Milton Erickson

* 05. Dezember 1901 in Aurum (White Pine County), † 25. März 1980 in Phoenix, Arizona; Vater der modernen Hypnose und Meister der verbalen und nonverbalen Kommunikation

Leben:

Im Jahre 1919, kurz nach seinem Highschool-Abschluss, erkrankte Milton H. Erickson an einer Kinderlähmung und fiel ins Koma. Nach drei Tagen kam er wieder zu Bewusstsein, könnte sich jedoch nicht mehr bewegen. Ans Bett gefesselt, nutzte er die ihm verbleibenden Fähigkeiten und entwickelte sich zu einem exzellenten Beobachter. Im Jahre 1928 beendete er sein Studium mit einem Master of Arts in Psychologie, sowie einem Doktor der Medizin. Ab dem zweiten Jahr der Universität beschäftigte Erickson sich mit Hypnose. Er entwickelte unentwegt verschiedene Techniken, die von der vorherrschenden Lehrmeinung abwichen. 1939 erhielt Milton Erickson die Zulassung als Facharzt für Psychiatrie und arbeitete als Professor für Psychiatrie in Detroit. Nach dem Umzug nach Phoenix eröffnete er eine private Praxis. 1957 gründete Erickson die „Amerikanische Gesellschaft für Klinische Hypnose“. 1958 gründete er das „American Journal of Clinical Hypnosis“. Ende der 60er-Jahre verschlechterte sich sein Gesundheitszustand und 1976 erkrankte Milton Erickson das dritte Mal an Kinderlähmung. Anschließend war er auf den Rollstuhl angewiesen. Erickson ist der erste Therapeut, bei dem ein systemisches Vorgehen im Sinne der heutigen systemischen Therapie beobachtet wurde, auch wenn er diesen Begriff selbst nicht verwendete.

Coachingbezug:
Durch seine besondere Beobachtungsgabe gelang es Milton Erickson, sich intensiv auf seine Patienten einzulassen und sie durch Techniken des Pacings und Leadings zu ihrem Ziel zu begleiten. Dabei nutzte er nach dem sogenannten Utilisationsprinzip alle Assoziationen, Erinnerungen und bestehenden Muster seiner Klienten für die Erreichung ihrer Ziele. Da Bilder die Sprache des Unbewussten sind, bestand ein wesentlicher Bestandteil Ericksons Therapie in der Verwendung von Metaphern, Anekdoten und Geschichten. Weiterhin ist es typisch für Erickson’sche Interventionen, Verwirrung hervorzurufen, um gewohnte Bezugssysteme außer Kraft zu setzen, eine Neustrukturierung zu ermöglichen und damit Klienten auf eine unbewusste Suche nach Problemlösungen zu schicken. Ericksons hypnotherapeutische Sprachmuster werden heute in Therapien und im Coaching übernommen, ebenso wie die systematische Schulung der Wahrnehmung, das Utilisationsprinzip, die Methode des Pacing und Leading sowie die Auffassung vom Unbewussten als Reservoir an Weisheit und Kraft.
Aus Milton Ericksons Arbeit gehen Ansätze und Modelle hervor, die er selbst nie so benannt hatte (das „Milton-Modell“, von Bandler und Grinder zu diesem zusammengefasst) und in allen systemischen Coaching Ausbildungen gelehrt werden, ohne dass sie direkt auf Erickson zurückzuführen sind. Jede systemische Coaching Ausbildung ist tief geprägt von den Einflüssen Milton Ericksons.

Hinterlassenschaft:
Ansätze und Modelle, die Richard Bandler und John Grinder zum „Milton-Modell“ zusammengefasst haben.

Frank Farrelly

* 26. August 1931 St. Louis, Missouri, † 10. Februar 2013 in Madison, Wisconsin;
Begründer der “Provokativen Therapie”

Leben:
Frank Farrelly begann seinen beruflichen Werdegang als Novize in einem katholischen Kloster, welches er jedoch noch vor dem definitiven Gelübde verließ, um klinische Sozialarbeit zu studieren. Seine therapeutische Laufbahn begann während der Ausbildung in klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie bei Carl Rogers, von dessen Arbeitsweise mit den Werten der Empathie und Kongruenz er begeistert war. Schon bald entwickelte Farrelly seinen eigenen Stil, bei dem er seine Patienten mit einer Grundhaltung, die er selber mit der Metapher des Advocatus Diaboli beschrieb, humorvoll herausforderte – die sogenannte “Provokative Therapie” war entstanden. Farelly arbeitete mit schizophrenen, drogenabhängigen und schwer depressiven Patienten zusammen. Seine private Praxis führte er von 1960 bis 1993.

Coachingbezug:
Die “Provokative Therapie” findet in der Psychotherapie, sowie im NLP und im Coaching Anwendung. Sie ist gekennzeichnet durch ein sehr positives Menschenbild, welches den Klienten als mündig und als fähigen Experten für seine eigenen Probleme betrachtet. Der provokative Stil dient dazu, festgefahrene Muster zu unterbrechen, Widerstand gegen selbstschädigendes Verhalten aufzubauen und die Eigenverantwortung von Patienten zu stärken. In einer Ausbildung zum Coach wird an wenigen Akademien und Instituten die Provokative Methode vermittelt.

Wegbereiter:
Frank Farelly genoss eine Ausbildung bei Carl Rogers, die seinen beruflichen Werdegang stark prägte.

Hinterlassenschaft:
Die “Provokative Therapie”

Heinz von Foerster

* 13. November 1911 in Wien, † 02. Oktober 2002 in Pescadero, Kalifornien; Mitbegründer der Kybernetik

Leben:
Heinz von Foerster studierte ab 1931 Physik an der Universität Wien und Breslau, wo er 1944 auch promovierte. Durch seine enge Beziehung zu dem Philosophen Ludwig Wittgenstein kam Heinz von Foerster schon während seines Studiums in Kontakt zu den Philosophen des Wiener Kreises.
Nach seinem Studium arbeitete er als Professor für Biophysik und anschließend 1949 als Leiter des „Electron Tube Labs“ an der Universität von Illinois. Bis 1975 lehrte er außerdem dort als Professor für Fernmeldetechnik. Von 1958 bis 1975 war er Direktor des „Biological Computer Laboratory“ (BLC). 
Das BLC zählt zu den wichtigsten Forschungszentren in den Bereichen Erkenntnistheorie und Kognitionswissenschaft. Foerster bezeichnete sich selber nicht als Konstruktivist, gilt dennoch als Mitbegründer des Konstruktivismus.
Bahnbrechend waren auch seine Ideen im Bereich „Selbstorganisation“. Nach Foerster sollte innerhalb eines großen Betriebs jeder Mitarbeiter, ein Manager in seiner Expertenstellung sein, unabhängig davon, an welchem Platz er innerhalb der Hierarchie eingeordnet ist. Dieser Mitarbeiter wird von einer übergeordneten Hierarchie nur gefragt, was er für seine Arbeit braucht.

Coachingbezug:
Die Kybernetik erster und zweiter Ordnung ist häufig Bestandteil einer Coaching Ausbildung. In der Kybernetik erster Ordnung gibt es einen Beobachter, der den Verlauf einer Besprechung, Coachingsitzung, etc. beobachtet. In der Kybernetik zweiter Ordnung beobachtet sich der Beobachter selbst, wie er die Besprechung, etc. beobachtet. Durch die Kybernetik zweiter Ordnung kann der Beobachter den Gesprächsverlauf aus einer anderen Perspektive mitverfolgen und eine andere Sicht und Erkenntnisse gewinnen.

Wegbereiter:
Ludwig Wittgenstein

Auszeichnungen:
2000 Ehrenpreis der Viktor-Frankl-Fonds der Stadt Wien
2002 Gregory-Bateson-Preis des Heidelberger Institutes für systemische Forschung
2011 Ehrenring der Stadt Wien

Hinterlassenschaft:
Wortschöpfung „Kybernetik zweiter Ordnung“

Sigmund Freud

* 06. Mai 1856 in Freiberg, † 23. September 1939 in London; bedeutender österreichischer Arzt, Tiefenpsychologe und Religionskritiker

Leben:
1860 zog die Familie Freud nach Wien, wo Sigmund Freud 1873 die Matura mit Auszeichnung bestand. 1873 begann er das Studium der Medizin an der Universität Wien und erhielt 1881 den Doktor der Medizin. Von 1882 bis 1885 bekam Freud eine Anstellung am Allgemeinen Krankenhaus in Wien, wo er an der Entdeckung der schmerzstillenden Wirkung des Kokains beteiligt war. Während einer Studienreise nach Paris im Jahre 1885 besuchte er Jean-Martin Charcot, der Hypnose für erste Zwecke der psychischen Heilung einsetzte. Charcot vermittelte Freud die Auswirkung von Hypnose und Suggestion und Freud bat ihm an, die Arbeiten ins Deutsche zu übersetzen. Schließlich wandte Sigmund Freud sich jedoch wieder von der Hypnose ab, da sich seine Patientinnen, als Nebenwirkung der hypnotischen Trance, in den Therapeuten verliebten. Daraufhin entwickelte er alternative Methoden, um in verborgene unbewusste Bereiche vorzudringen. So zum Beispiel 1892 die Methode der freien Assoziation und 1899 die Traumdeutung (Psychoanalyse). Grundlage von Freuds Theorien ist die Idee, dass die Ursache psychischer und psychosomatischer Störungen in triebhaften Wünschen und Phantasien des Kindes gegen seine Eltern zu suchen sind. Aufgrund ihrer Unerwünschtheit werden diese Triebe ins Unbewusste verdrängt, wo sie sich auf unkontrollierbare Weise durch Symptome und dysfunktionales Verhalten äußern. Sein einflussreiches Struktur-Modell beschreibt die seelische Struktur aus drei Teilen bestehend: Das „Es“ steht für das Unbewusste, welches für triebhafte Gefühle und Verhalten (z.B. Hunger, Sexualität) verantwortlich ist und das menschliche Verhalten unbewusst aber wirkungsvoll steuert. Das „Über-Ich“ steht für aus der erzieherischen Umwelt übernommene Handlungsnormen und Ich-Ideale und wird auch als Gewissen oder moralische Instanz bezeichnet. Das „Ich“ ist das vernünftige und selbstkritische Element, welches zwischen den Ansprüchen des Es, des Über-Ichs und der sozialen Umwelt vermittelt, mit dem Ziel, psychische und soziale Konflikte konstruktiv aufzulösen. Ein gesundes und starkes Ich ist Voraussetzung für psychische Gesundheit. Nationalsozialistische Repressionen nach dem „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich zwingen Freud in das Exil nach Großbritannien. Am 23. September 1939 stirbt Sigmund Freud in London. Seine Theorien und Methoden werden bis heute kontrovers diskutiert und machen Freud zu einem der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts.

Coachingbezug:
Während die Psychoanalyse sich mit der Ursache von Problemen beschäftig, steht in einer Coaching Ausbildung der lösungs- und zielorientierte, auf die Zukunft gerichtete Prozess im Fokus des Lernens. Die Psychoanalyse liefert eher defizitorientierte, pathologische Diagnostik, wo hingegen Systemisches Coaching das Jetzt und die Zukunft aus wertschätzenden Perspektiven beschreibt.

Wegbereiter:
Jean-Martin Charcot, der Sigmund Freud die Auswirkungen von Hypnose und Suggestion vermittelte. Zusammen mit Albert Einstein verfasste er die Schrift „Warum Krieg?“, die 1930 erschien. Woraufhin am 10.Mai bei der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten auch Freuds Werke verbrannt werden.

Auszeichnungen:
1930: Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main
1935: Freud wird Ehrenmitglied der „British Royal Society of Medicine“

Hinterlassenschaft:
Struktur-Modell der Psyche

Fred Gallo

* 08. November 1946 in den USA; Amerikanischer Psychologe und einer der führenden Pioniere der Energetischen Psychologie

Leben:
Nach seinem Abschluss in Philosophie, Psychologie und Psychotherapie 1968 in Pittsburg erlebte Fred Gallo einen schweren Autounfall, der ihm beinahe das Leben kostete. Danach litt er lange Zeit regelmäßig unter Panikattacken, die er später  überwand. 1992 lernte er die „Thought Field Therapy“ von Roger Callahan kennen. Fasziniert von der Wirkung dieser Methode beschäftigte er sich intensiv mit den Hintergründen und entwickelte daraus seine eigenen Ansätze, die er unter dem Titel EDxTM (Energy Diagnostic and Treatment Methods) veröffentlichte. Dabei werden durch einen Muskeltest bioenergetische Störungen diagnostiziert, die mit kognitiven, verhaltensbezogenen, biochemischen oder emotionalen Problemen und Symptomen einhergehen. Durch Stimulation bestimmter Akupressurpunkte auf den Meridianen des Körpers sollen diese Blockaden gelöst und dadurch positive Veränderungen ermöglicht werden. Seit 1998 lehrt Gallo seine Methoden der Energetischen Psychologie. Außerdem arbeitet er seit 1977 als Therapeut in seiner eigenen Praxis in Pennsylvania (USA).

Coachingbezug:
Die Florida State University stuft EDxTM nach einer Studie unter die effektivsten und schnellsten Methoden zeitgenössischer Ansätze für die Behandlung von hartnäckigen Belastungsstörungen ein und macht sie damit auch als Intervention für Coaching sehr interessant.

Nachlass:
Begründer der „Energy Diagnostic and Treatment Method“ (EDxTM), der „Energy Consciousness Therapy“ (ECT) und der „Identity Method“ (IM), welche zusammen als „Advanced Energy Psychology“ (AEP) Methoden bezeichnet werden

John Grinder

* 10. Januar 1939 in den USA; gemeinsam mit Richard Bandler gilt er als Co-Gründer des Neurolinguistischen Programmierens (NLP)

Leben:
Nach seinem Studium der Psychologie an der University of San Francisco und einigen Jahren als Undercoveragent der CIA begann er Ende der 60er Jahre sein Linguistikstudium. Anfang der 70er Jahre war er Assistenzprofessor für Linguistik unter Gregory Bateson und hatte sich bereits einen Namen in der auf Noam Chomsky zurückgehenden Schule der Transformationsgrammatik gemacht. In seine Zusammenarbeit mit Richard Bandler brachte John Grinder zunächst sein linguistisches Wissen und seine Kenntnisse über den Prozess der Modellbildung ein. Durch die Analyse von Aufnahmen des Gestalttherapeuten Fritz Perls, der Familientherapeutin Virginia Satir sowie des Hypnotherapeuten Milton Erickson untersuchten John Grinder und Richard Bandler verbale und später auch nonverbale Kommunikationsmuster.

Coachingbezug:
Ihr umfangreiches Wissen hielten John Grinder und Richard Bandler in nachvollziehbaren Schritten fest, welches zum Standardrepertoire einer Coaching Ausbildung gehört. Während sie daraus das „Meta-Modell“ als Ausgangspunkt des NLP erstellten, standen sie im regen Austausch mit Virginia Satir und Gregory Bateson, die sie anhand dieses Modells modellierten.

Jay Haley

* 19. Juli 1923 in Midwest, Wyoming, † 13. Februar 2007 in La Jolla, Kalifornien; Pionier der strategischen Familientherapie

Leben:
Anfang der 1950er-Jahre studierte Jay Haley Kommunikationswissenschaften bei Gregory Bateson an der Stanford University, der ihn zur Mitarbeit an einem Forschungsprojekt über menschliche Kommunikation nach Palo Alto einlud. Dort entwickelte er im sogenannten „Bateson-Projekt“ die Doppelbindungstheorie mit und war 1959 einer der Gründer des „Mental Research Institute“ in Palo Alto. 1976 gründete er in Washington, D.C. gemeinsam mit seiner Frau das „Family Therapy Institute“, wo er sich mit den Ablösungsproblemen von Jugendlichen beschäftigte und die „Ordeal-Therapie“ entwickelte. Bei dieser Therapie schafft der Therapeut, ähnlich wie in der provokativen Therapie von Frank Farrelly, gezielt noch schlimmere Alternativen zu bestehenden problematischen Verhaltensweisen. Bekannt war Haley für seine integrative und schulenübergreifende Sicht auf Psychotherapie, die sich stets nach der Frage richtete: „Was wirkt?“. So arbeitete er mit Therapeuten aus unterschiedlichen Richtungen zusammen. Im Jahre 1995 ging Haley in den Ruhestand, brachte jedoch anschließend noch Publikationen heraus.

Coachingbezug:
Nach Haleys Auffassung entstehen Symptome aus der Inkongruenz zwischen offenen und verdeckten Ebenen der Kommunikation mit anderen und dienen dazu, dem Individuum das Gefühl der Kontrolle in seinen Beziehungen zu geben. Daher liegt nach Haley eine wichtige Aufgabe des Therapeuten darin, den Patienten zur Übernahme von Verantwortung und zum Beziehen von Positionen zu bewegen. Haley steuerte wichtige Methoden der systemischen Therapie bei, wie z.B. paradoxe Interventionen, Ordeals und Hausaufgaben, welche auch als Interventionen für systemisches Coaching gerne Verwendung finden.

Wegbereiter:
Jay Haley war Schüler von Gregory Bateson und Milton Erickson.

Hinterlassenschaft:
„Mental Research Institute“ in Palo Alto; „Family Therapy Institute“ in Washington D.C.

Bert Hellinger

* 16. Dezember 1925 in Leimen; entwickelte unter Abwandlung der Familientherapie nach Virginia Satir die Methode der Familienaufstellung weiter

Leben:
Nach seinem Philosophie-, Theologie- und Pädagogikstudium arbeitete Bert Hellinger 16 Jahre lang als Mitglied eines katholischen Missionsordens bei den Zulus in Südafrika. Danach machte er eine psychoanalytische Ausbildung und entwickelte aus verschiedenen Modellen der Hypnotherapie, Tranksaktionsanalyse und Virginia Satirs Familientherapie, eine eigene Form der Familienaufstellung. Durch sein patriarchalisches Vorgehen mit rigiden Normvorstellungen und seinem häufig unsensiblen und dominanten Verhalten im Umgang mit Patienten, ist Hellinger immer wieder stark in die Kritik geraten. Für Hellinger ist die Aufstellungsarbeit nicht rein therapeutisches Werkzeug, sondern als generelle „Lebenshilfemethode“ in vielen unterschiedlichen Bereichen wie in der Organisationsberatung, Medizin, Lebens- und Erziehungsberatung einsetzbar.

Coachingbezug:
Familienaufstellungen werde häufig in der Beratung von Menschen eingesetzt, um problematische Kommunikations- und Bindungsmuster aufzudecken und zu verändern. Auch das systemische Famillienaufstellen und die systemische Strukturaufstellung sind von Hellingers Arbeiten beeinflusst. Sie sind im Coaching, in systemischer Teamentwicklung und auch als Ausbildung zu finden. Eine systemische Coaching Ausbildung enthält oft Aspekte von Aufstellungen, um spezifische Perspektiven in einem Moment nachstellen zu können.

Wegbereiter:
Bert Hellinger absolvierte Kurse bei Frank Farelly.

Carl Gustav Jung

* 26. Juli 1875 in Kesswil, † 6. Juni 1961 in Küsnacht; Begründer der analytischen Psychologie

Leben:
Ab 1895 studierte Carl Gustav Jung in Basel Medizin und spezialisierte sich nach seinem Studium auf den Bereich der Psychiatrie. Nach seinem Staatsexamen, im Jahr 1900, nahm er eine Assistentenstelle in der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich an. Während dieser Zeit forschte er auf dem Feld der Hypnose zur Heilung von Symptomen psychischer Krankheiten und habilitierte 1905. Im selben Jahr wurde er Oberarzt der psychiatrischen Klinik Burghölzli und wurde zum außerordentlichen Professor für Psychiatrie an der Universität Zürich ernannt. 1909 eröffnete er in seinem Haus seine Privatpraxis. Zwischen 1910 und 1914 bekleidete Jung das Amt des Präsidenten der „Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung“.
Mit seiner Arbeit beeinflusste Jung neben der Psychotherapie auch die Theologie, Literatur, Psychologie, Völkerkunde, Kunst und die sich daraus entwickelnde Kunsttherapie.
 Die Begriffe „Komplex“, „Archetypus“, „Extraversion“ und „Introversion“ seiner Persönlichkeitstheorie, sind aus der heutigen Psychologie kaum wegzudenken.
 Als wichtigster Wegweiser zum Unbewussten gilt in der Jung’schen analytischen Therapie der Traum. Hier tauchen auch zum ersten Mal die Archetypen auf, die sich uns durch unsere Träume mitteilen. Archetypen (Gegenstände, Vorstellungen und Lebewesen aus der Umwelt) sind nach Jung universell existierende Urbilder in der Seele eines jeden Menschen. Dabei spielt seine Kultur und Geschichte keine Rolle. Eine besondere Stellung nahmen Jungs Archetypen in dem Individualisierungsprozess seiner Patienten ein.
 Den Psychotherapeuten sieht Jung vorerst als eine Art Begleiter, der seinen Beitrag zum Gelingen des individuellen Weges des Patienten leistet. Er sollte sich losgelöst von seinen theoretischen Erkenntnissen und absolut vorurteilsfrei auf den Patienten einlassen können.

Coachingbezug:
Die Sichtweise und Einstellung Jungs, sich vorurteilsfrei und ohne theoretisches, kategorisierendes Wissen sich dem Patienten zu nähern, findet sich auch im systemischen Coaching. Es ist eine wichtige und grundlegende Herangehensweise für einen würdigen Umgang mit allen Teilen des Klientensystems.

Tad James

* 29. Februar 1960; Amerikanischer NLP-Trainer; Begründer der „Time Line Therapie“

Leben:
Tad James leitet sein eigenes NLP-Institut, sowie die American Pacific University in Hawaii. Darüber hinaus führt er weltweit zahlreiche Seminare durch. 1988 entwickelte er die therapeutische Technik der Lebenslinie.

Coachingbezug:
Der Time Line Therapy liegt die Idee zugrunde, dass die Art und Weise, wie wir unsere eigene Zeitdimension innerlich repräsentieren, wichtige Auswirkungen auf das Befinden und die Persönlichkeit hat. Durch Veränderung der subjektiven Zeitdimension lässt sich mit Tad James´ Methode eine positivere Wahrnehmung der eigenen Lebenslinie, sowie eine Steigerung der eigenen Effektivität erreichen. Die Time Line Therapy findet heute eine weite Verbreitung im Coaching-Bereich, sowohl im Business Coaching, wie auch im Personal Coaching. Elemente der Time Line Methode finden sich auch in fast jeder Coaching Arbeit und Systemischen Coaching Ausbildung wieder.

Nachlass:
Time Line Therapy

Byron Katie

* 06. Dezember 1942 in Breckenridge, Texas; Autorin und Begründerin von „The Work“

Leben:
Mitte der 1970er-Jahre geriet Byron Katie in eine schwere Depression, die sich fast über ein Jahrzehnt zu einer Abwärtsspirale aus negativen Gefühlen bis hin zu Selbstmordgedanken entwickelte. Seit 1986 entwickelte sie aus ihren eigenen Erfahrungen „The Work“, ein Konzept das Byron Katie selbst geholfen habe, aus der Depression herauszugelangen. Grundlegend für dieses Konzept ist die Idee, dass nicht die Umwelt, sondern unsere eigenen Überzeugungen verantwortlich für Leiden sind. Vier Fragen, bei denen der Wahrheitsgehalt der eigenen Überzeugung geprüft werden soll, und die anschließende Umkehrung der eigenen Glaubenssätze sollen dabei helfen, sich auf andere Arten der Realitätswahrnehmungen einzulassen. Darin gleicht „The Work“ in seinen Anstätzen dem Modell der „rational-emotiven Therapie“ nach Albert Ellis, der seine Patienten durch Fragen zu problematischen Glaubenssätzen dazu anregte, deren Irrationalität zu erkennen und neue Denkmuster zu entwickeln.

Coachingbezug:
Inzwischen vermittelt Byron Katie „The Work“ auf Vortrags- und Seminarreisen in vielen Ländern der Welt und einige Anhänger und internationale Kooperationspartner bieten eine „The Work“ Coaching Ausbildung an, eine rein methodische Ausbildung, die das Arbeiten nach dem Konzept mit Klienten vermittelt.

Alfred Korzybski

* 03. Juli 1879 in Warschau, † 01. März 1950 Lakeville, Connecticut; Entwickler der „Allgemeinen Semantik“ in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Leben:
Alfred Korzybski studierte an der Universität Warschau Ingenieurwissenschaften. Während des ersten Weltkrieges wurde er zum Wehrdienst der russischen Armee berufen. Aufgrund mehrerer Verletzungen, schickte die russische Armee ihn in die Vereinigten Staaten, um dort den Versand von Artillerie nach Russland zu übersehen. Dort ließ er sich dann auch familiär nieder. Von Korzybski stammt eine bekannte Metapher, die als erkenntnistheoretische Grundannahme häufig zitiert wird: „Die Landkarte ist nicht das Gebiet“. Darin wird die grundlegende Diskrepanz zwischen unserer Wahrnehmung der Welt und der Welt selbst angesprochen, da wir alles, was wir von der Welt wissen, selbst hervorbringen. Auch zwischen unserer Sprache (als Landkarte) und unseren Erfahrungen (dem Gebiet) gibt es Diskrepanzen, da die Sprache nie dem genauen Erlebnis entspricht. Das hat zum einen eine sinnvolle, vereinfachende Funktion, kann aber auch zu Problemen führen. 1938 gründete Alfred Korzybski in Lakeville das „Institut für Allgemeine Semantik“. Außerdem war er Dozent in Havard.

Coachingbezug:
In seinem 1933 veröffentlichten Werk „Science and Sanity“ entwickelte Korzybski aus den damals bekannten neurobiologischen und evolutionsbiologischen Kenntnissen ein therapeutisches Modell, das er „Neurolinguistisches Training“ nannte. Dieses Modell beruht auf Korzybskis Annahme, dass unser Gehirn solche Vorstellungen erzeugen kann, die nicht dem entsprechen, wie es tatsächlich arbeitet, und dass diese Diskrepanzen Probleme bereiten. Das neurolinguistische Training hat zum Ziel, zu Vorstellungen von der Welt zu kommen, die dem entsprechen, wie unser Gehirn arbeitet. Zum Beispiel nimmt Korzybski an, dass die gegebenen Strukturen unserer Sprache uns auf unangemessene Reaktionen konditionieren, und dass diese unangemessenen Reaktionen durch solche Sprachstrukturen überwunden werden können, die der Arbeitsweise unseres Nervensystems entsprechen.
Seine Hypothesen zeigen Parallen zum radikalen Konstruktivismus und zu dem, was im Systemischen Coaching „Wirklichkeitskonstruktion“ genannt wird, auf. In diesem Denkansatz verwischen die Grenzen zwischen einer NLP-Ausbildung und einer Ausbildung zum Coach.

Hinterlassenschaft:
Gründer des „Instituts für Allgemeine Semantik“

Niklas Luhmann

* 08. Dezember 1927 in Lüneburg, † 06. November 1998 in Oerlinghausen; neben Talcott Parsons Mitbegründer des „Systemtheorie“

Leben:
1944 wurde Niklas Luhmann im Alter von 16 Jahren offiziell als Luftwaffenhelfer eingezogen. Von 1944 bis 1945 war Luhmann in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Wie erst im Jahre 2007 bekannt wurde, war Niklas Luhmann als Mitglied der NSDAP verzeichnet. Von 1946-1949 studierte Luhmann an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Rechtswissenschaft. 1953 folgte eine Referendarausbildung in Lüneburg. Acht Jahre arbeitete er als Verwaltungsbeamter und anschließend als Assistent des Präsidenten am Oberverwaltungsgericht Lüneburg. 1960/61 bekam er ein Fortbildungs-Stipendium für die Harvard-Universität und lernte Talcott Parsons kennen und dessen strukturfunktionaler Systemtheorie. Fasziniert von der Theorie Parsons begann Luhmann sein eigenes Lebenswerk: die Ausformulierung einer Theorie sozialer Systeme. 5 Jahre später begann die Kontroverse mit Jürgen Habermas, die ihn bekannt machte. Es folgten einige Jahre Forschungsarbeit an der Universität Münster und parallel das Studium der Soziologie. Mitte der 60er-Jahre promovierte er im Fach Sozialwissenschaften. 1968 wurde er an die Universität Bielefeld berufen und baute dort die erste soziologische Fakultät in Deutschland auf. Dort arbeitete er bis zu seinem Ruhestand 1993.
Im Jahre 1977 heiratete Niklas Luhmann Ursula von Walter, die jedoch schon nach 17 Jahren Ehe verstarb. Aus der Liierung gehen drei Kinder hervor, die Luhmann ab 1977 alleine großzog.

Coachingbezug:
Mit seinem Lebenswerk knüpft Niklas Luhmann wesentlich an die theoretischen Grundlagen Humberto Maturanas, die Autopoiesis, an. Soziale Systeme führen ein Eigenleben, sie bilden sich selbst immer wieder neu. Alle Systeme sind ähnlich strukturiert. Sie erfüllen alle eine Funktion und sind autonom, sprich sie setzen ihre Regeln fest, nach denen sie handeln, wie auch ihre Elemente, aus denen sie bestehen. Außerdem folgen alle Systeme einem Leitsystem, auch Code genannt.
Luhmann betrachtet die Gesellschaft als einen operativ geschlossenen Prozess sozialer Kommunikation.

Auszeichnungen/Ehrungen:
Hegel-Preis der Stadt Stuttgart, 1988
Premio Amalfi, 1997

Hinterlassenschaft:
Zettelkasten; Luhmann-Archiv

Humberto Maturana

* 14. September 1928 in Santiago de Chile; neben Francisco J. Varela Mitbegründer des radikalen Konstruktivismus und Entdecker des Konzepts der Autopoiesis

Leben:

Humberto Maturana studierte ab 1948 Medizin an der Universidad de Chile und ab 1954 Biologie und Anatomie am University College in London. Während seiner Zeit in London entstand erstmals seine Theorie zur Existenz lebender Systeme als autonome und dynamische Einheiten. 2 Jahre später promovierte er im Fach Biologie an der Harvard University. Anschließend folgen einige Dozentenstellen an unterschiedlichen Universitäten. von 1970 bis 1973 arbeitete Maturana in enger Kooperation mit Francisco J. Varela in Santiago de Chile. Ab diesem Zeitpunkt widmete er sich vor allem der Weiterentwicklung der „Biologie der Erkenntnis“. Heute lebt Humberto Maturana in Santiago de Chile und leitet dort zusammen mit Prof. Dávila das „Instituto Matriztico“.
Seine Werke sind interdisziplinär und lassen sich zu den Fächern Psychologie, Soziologie, Biologie und Philosophie zuordnen.

Coachingbezug:
Maturanas Entdeckung der Autopoiesis ist wegweisend für das systemische Denken.
„Autopoiesis“ beschreibt den Prozess der Selbsterschaffung und Selbsterhaltung eines Systems. Autopoietische Systeme organisieren sich rekursiv. Durch diese Form der Organisation kann man nicht-lebende von lebenden Systemen unterscheiden: sie selbst sind das Produkt Ihrer Organisation. Eine Trennung zwischen Erzeugnis und Erzeuger existiert in diesem Modell nicht. So kann ein „Problem“ nur der Wechselwirkung in einem System zugeschrieben werden, nicht einer Einzelperson. Dieses Konzept ist für die Modelle innerhalb von Coaching und Coaching Ausbildung maßgeblich. 

Wegbereiter:
Gemeinsam mit Francisco J. Varela führte Humberto Maturana die Bezeichnung „Autopoiesis“ ein. Mit seinen Theorien beeinflusste er die Theorien Heinz von Foerster und Niklas Luhmann.

Auszeichnung:
Dezember 2009: Ehrendoktorwürde der „Universidad de Santiago de Chile“

Nachlass:
Das Modell des radikalen Konstruktivismus, sowie das Konzept der Autopoiesis

Fritz Perls

* 8.7.1893 in Berlin, ✝ 14.5.1970 in Chicago; gründete mit seiner Frau die Gestalttherapie

Leben:
Nach seinem Medizinstudium im Jahre 1921, beschloss er Neuropsychiater zu werden und absolvierte nach einem Auslandsaufenthalt in den USA eine zusätzliche Ausbildung als Psychoanalytiker. Fritz Perls gehört neben seiner Frau, Laura Perls, zu den maßgeblichen Begründern der Gestalttherapie.

Bei der Gestalttherapie handelt es sich um ein „spezifisches erlebnisaktivierendes psychotherapeutisches Verfahren“, bei dem das Gewahrsein (awareness) aller gegenwärtigen Empfindungen, Gefühle und Verhaltensweisen und des Kontakts zur Umwelt und vor Allem zu sich, geht. Wie die Psychotherapie ist auch die Gestalttherapie im Grundsatz eine Widerstands-Analyse. In der Gestalttherapie geht es um das Durcharbeiten und die Analyse der unterschiedlichen inneren Widerstände, der Einsicht, des Kontaktes und der Veränderung entgegenstehen. 1951 veröffentlichte Perls sein Buch „Gestalt Therapy“ gemeinsam mit P. Goodman und R.F. Hefferline und das Jahr darauf gründeten Fritz und Laura Perls das Gestaltinstitut in New York. Zum Ende seines Schaffens gründete er 1969 das „Gestalt-Kibbuz“ in Vancouver-Islands. Dank Perls vollzog sich ein wesentlicher Paradigmenwechsel in der Arbeit mit Patienten für zukünftige Beratung: Das größere Interesse während der Therapie sollte von diesem Zeitpunkt an die Frage nach dem „wie“ sein und nicht mehr nach dem „was“. Ausschlaggebend war Perls intensive Beschäftigung mit der Phänomenologie. Das so genannte phänomenologische Vorgehen beinhaltete, dass nicht mehr Deutungen, Erklärungen, Hypothesen im Vordergrund der Therapie standen, sondern das exakte Beschreiben der Phänomene (der Erscheinungen), die Oberfläche, des Fühl- und Sichtbaren.

Coachingbezug:
Fritz Perls war der Meinung, dass der Therapeut seine Wahrnehmung dem Klienten zur Verfügung stellen sollte, und so von selbst seinen Weg aus dem Problem findet. Diese Wendung innerhalb der Therapie ist bis heute ein wesentlicher Bestandteil für die Entwicklung der Systemischen Therapie und für die Systemische Coaching Ausbildung. Mitte der 1970er-Jahre modellierten die Urväter des NLP (Neuro Linguistisches Programmieren) R. Bander und J. Grinder die Theorien und die Sprache Fritz Perls, was ihn somit auch zum Bestandteil des NLP macht, ohne dass er direkt mit dem NLP in Kontakt stand.

Wegbereiter:
Karen Horney

Nachlass:
Gestaltinstitut in New York
„Gestalt-Kibbuz“ in Vancouver-Islands

Anthony Robbins

* 29. Februar 1960 in North Hollywood, Kalifornien; Begründer der “Neuro-Assoziative Konditionierung”

Leben:
Zu Beginn seiner Karriere beschäftigte sich Antony Robbins stark mit den Themen Gesundheit und Fitness. Nach der Highschool arbeitete er für den Unternehmer und Motivationscoach Jim Rohn, der in den ersten Jahren Robbins’ Karriere ein wichtiger Mentor für ihn darstellte. Bei John Grinder lernte Robbins NLP kennen und hielt wenig später seine eigenen Seminare. 1983 erlernte er die Kunst des Feuerlaufens und nahm dieses in seine Seminare mit auf. Seine Bücher und Seminare behandeln eine breite Bandbreite an psychologischen, interpersonalen und geschäftlichen Motivationstechniken und beruhen auf der Annahme, dass jeder Mensch durch Änderung der eigenen Denkweise und Emotionen die Kraft hat, alles zu erreichen. Antony Robbins‘ Erfolg trug in Amerika dazu bei, das die Begrifflichkeit Coaching auch mit persönlicher Begleitung und nicht nur mit Sport in Verbindung gebracht wurde.

Coachingbezug:
Antony Robbins ist ein amerikanischer Selbsthilfe- und Erfolgs-Coach mit dem Fokus auf Spitzenleistungen. Später entwickelte er die „Neuro-Assoziative Konditionierung“ (NAC), ein Modell, das dem NLP sehr nahe ist, jedoch durch den Begriff „Konditionierung“ die aktive Verantwortungsübernahme des Menschen bei Veränderungsprozessen betont, anstatt eines passiven „Programmiert-Werdens“.

Wegbereiter:
Jim John – Mentor
John Grinder – brachte Antony Robbins das NLP nahe

Carl Rogers

* 8. Januar 1902 in Oak Park, Illinois, ✝ 4. Februar 1987 in San Diego, Kalifornien; Entwickler der klientenzentrierten Gesprächstherapie

Leben:
Carl Rogers war ein US-amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut, der die nicht-direktive und daraus die klientenzentrierte Gesprächstherapie entwickelte und entscheidende Beiträge zum Ausbau der Humanistischen Psychologie leistete.

Bei seinem Ansatz stehen Werte wie Offenheit, Empathie, Selbstbewusstsein und Aufmerksamkeit für Gefühle im Mittelpunkt sowie die Grundannahme, dass Menschen nach Selbstverwirklichung und Selbstaktualisierung streben. Der von Rogers geschaffene klientenzentrierte Therapieansatz spielt heute nicht nur in der Gesprächsführung im Rahmen von Therapiegesprächen eine wichtige Rolle, sondern findet seinen Einsatz auch in der generellen Gesprächsführung in pädagogischen Bereichen. Die klientenzentrierte Gesprächstherapie entwickelte Rogers basierend auf seiner jahrelangen Erfahrung im Umgang mit seinen Klienten. Während des Krieges bildete Rogers Personen für die psychologische Betreuung von heimkehrenden Kriegsteilnehmer aus. Nach dem Krieg wurde er von der University of Chicago berufen, um ein Beratungszentrum zu gründen. Rogers entwickelte das Konzept des „Encounter“ (= Begegnung) und führte in La Jolla bei San Diego sogenannte Encounter-Gruppen ein. In seinen letzten 15 Lebensjahren setzte sich Rogers zunehmend für soziale Fragen und Friedenspolitik ein. 1987 wurde er für den Friedensnobelpreis nominiert. Carl Rogers starb am 4. Februar 1987 in La Jolla.

Coachingbezug:
Der klientenzentrierte Ansatz dient auch als weiter entwickeltes Modell für systemisches Coaching aus zweilerlei Perspektiven. Auf der einen Seite stehen die Ideen und Lösungen der Klienten im Mittelpunkt dass der Systemische Coach eine innere Haltung von „nicht wissen“ einnimmt um seinen Klienten auf Auhenhöhe zu begegnen. Bei einer Coach Ausbildung ist das Erlernen dieser inneren Haltung eine der größten Herausforderungen und bringt gleichzeitig die größtmögliche Entwicklungsmöglichkeit innerhalb einer Coach Ausbildung.

Nachlass:
Carl Rogers entwickelte Encounter-Gruppen in La Jolla bei San Diego.

Marshall B. Rosenberg

* 6. Oktober 1934 in Canton, Ohio, † 7.02.2015 in Albuquerque, New Mexico; klinischer Psychologe und der Begründer des Konzeptes der Gewaltfreien Kommunikation (GfK).

Leben:
In den früheren 60er-Jahren führte Marshall Rosenberg zusammen mit anderen Bürgerrechtlern Mediationsprogramme und Trainings zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit durch, um Gemeinden zu unterstützen, die Rassentrennung an Schule und anderen öffentlichen Einrichtungen zu überwinden. 1984 gründete Rosenberg das „Center for Nonviolent Communication“ in Texas, um seine Ansätze und Ideen allen Interessierten zugänglich zu machen. Die Gewaltfreie Kommunikation soll Menschen ermöglichen, auf eine wertschätzende und empathische Weise miteinander zu kommunizieren und die eigenen Bedürfnisse ehrlich mitzuteilen. Beeinflusst ist seine Arbeit von der humanistischen Psychologie, die durch Rosenbergs Lehrer Carl Rogers und dessen klientenzentrierte Gesprächstherapie entscheidend geprägt wurde, sowie durch Gedanken Gandhis zur Gewaltfreiheit.

Sie findet ihren Einsatz sowohl in der Alltagskommunikation sowie in der Mediation von Konflikten im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich. Inzwischen hat Rosenberg seine Methode an Ausbilder, Eltern, Schüler, Manager, Ärzte, Psychologen, Friedensaktivisten, Anwälte, Gefangene u.v.m. in über 40 Ländern der Welt weitergegeben.

Coachingbezug:
Auch als systemischer Coach lassen sich die vier Hauptaussagen der GfK in Coachings einbinden und als eine Art Training an Klienten vermitteln, um eine innere Haltung zur Trennung von Wertung und Wahrnehmung einnehmen zu können. Oft ist das Modell der GfK in einer Coaching Ausbildung zu finden, allerdings unter anderem Namen oder als weiterentwickeltes Handwerkszeug für Menschen in einer Ausbildung zum Coach.

Wegbereiter:
Carl Rogers lehrte Marshall Rosenberg seine klientenzentrierte Gesprächstherapie.

Nachlass:
„Center for Nonviolent Communication“ in Texas

Ernest Rossi

*26. März 1933 in Shelton, Connecticut; Weiterentwickler der Hypnotherapie

Leben:
Ernest Rossi ist ein Psychologe, Psychoanalytiker und Psychotherapeut, der sich viel mit der Hypnotherapie nach Milton Erickson auseinandergesetzt hat. Die Heilkräfte von Geist und Körper (Mind-Body-Therapie) waren Teil seiner Forschung auf der Grundlage der neurowissenschaftlichen Grundlage. Die Lehre von Carl Gustav Jung prägte seine zweite analytische Ausbildung. Als Schüler von Milton Erickson half er ihm, seine Sitzungen zu protokollieren und in Büchern zu veröffentlichen.

Coachingbezug:
Teilnehmern einer Coaching Ausbildung zum Hypo-Coach wird empfohlen ein Seminar von Ernest Rossi in Deutschland zu besuchen.

Betrand Russel

* 18. Mai 1872 in Trellech, Vereinigtes Königreich, ✝ 2. Februar 1970 in Penrhyndeudraeth, Vereinigtes Königreich; verfasste das Werk “Principia Mathematica”

Leben:
Betrand Russel war ein britischer Philiosoph, Mathematiker und Logiker, der mit den Principia Mathematica eines der bedeutendsten Werke des 20. Jahrhunderts über die Grundlagen der Mathematik veröffentlichte. Ebenso beschrieb Russel ein mathematisches Paradoxon, welches viel Aufsehen erregte. Er gilt als Vater der Analytischen Philosophie und war ein weltweit bekannter Aktivist für Frieden und Abrüstung. Betrand Russel war ein langjähriger Freund von Ludwig von Wittgenstein und Albert Einstein. Er verfasste eine Vielzahl von Werken zu gesellschaftlichen, philosophischen und mathematischen Themen und erhielt 1950 den Nobelpreis für Literatur. Betrand Russell wuchs in einer Familie der englischen Aristokratie auf. Sein Großvater, John Russell, war britischer Premierminister. Um ihre Kinder vor dem Einfluss der als Übel erachteten Religion zu bewahren, stellten Russels Eltern einen atheistischen Hauslehrer ein. Russel verbrachte eine einsame Jugend und schrieb in seiner Autobiographie, dass er damals unglücklich gewesen sei und nur die Absicht, etwas zur Mathematik beizutragen, ihn am Selbstmord hinderte. Während des ersten Weltkrieges setzte er sich als Aktivist und Autor für die Kriegsdienstverweigerung ein und wurde aufgrund seiner Schriften zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Er nutzte die Zeit im Gefängnis dazu, mehrere Bücher zu verfassen. Im zweiten Weltkrieg nahm er keine pazifistische Position mehr ein. In seinem letzten Lebensabschnitt engagierte er sich in verschiedenen politischen Krisen es Kalten Krieges als Vermittler zwischen den Staatschefs.

Coachingbezug:
Seine Mengenlehre und Typentheorie waren Gedankenmodelle für die systemische Therapie, das NLP und finden sich in abgewandelter Form in einer Ausbildung zum Coach wieder.

Wegbereiter:
Ludwig von Wittgenstein und Albert Einstein

Nachlass:
Principia Mathematica

 

Steve de Shazer

* 25. Juni 1940 in Milwaukee, Wisconsin, ✝ 11. September 2005 in Wien, Österreich; entwickelte mit seiner Frau die lösungsorientierte Kurzzeittherapie

Leben:
Amerikanischer Psychotherapeut und Autor, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Insoo Kim Berg eine lösungsorientierte Kurzzeittherapie innerhalb der systemischen Therapie entwickelte. Dabei handelt es sich um eine Art der Gesprächstherapie, die auf der Annahme beruht, dass die Fokussierung auf Ressourcen, Ziele, Lösungen und Ausnahmen vom Problem hilfreicher ist als die Konzentration auf Probleme und deren Entstehung. Ein wichtiges Werkzeug ist auch die von Steve de Shazer entwickelte „Wunderfrage“, die dem Klienten dabei hilft, sich seinen Zielzustand konkret auszumalen. Grundlage für die lösungsorientierte Kurztherapie waren u.a. die Arbeiten von Milton Erickson. Steve de Shazer war ausgebildet in klassischer Musik und spielte professionell Jazz als Saxophonist.

Coachingbezug:
Die lösungsorientierte Kurztherapie und die Wunderfrage spielen auch für das Systemische Coaching, das lösungsorientierte Denken und für jede Coaching Ausbildung eine wichtige Rolle.

Virginia Satir

* 26. Juni 1916 in Neillsville, Wisconsin, ✝ 10. September 1980 in Kalifornien; Begründerin der Familientherapie

Leben:
Bereits kurz nach ihrem Collegeabeschluss als Lehrerin sammelte sie in der Eltern-Kind-Beratung und im Sozialdienst viele Erfahrungen zum Thema Familie. Berufsbegleitend nahm sie an einer psychoanalytischen Ausbildung und an einem Postgraduiertenstudium in sozialer Arbeit teil. Durch die Arbeit mit einer schizophren erkrankten Patientin kam Virginia Satir 1951 erstmals die Idee, statt Einzelpersonen die ganze Familie in die Therapie miteinzubeziehen. Sie entwickelte die gruppentherapeutische Methode der Familienskulptur, um den Klienten generationsübergreifende Muster und die Problematik innerhalb des gesamten „Familiensystems“ bewusst zu machen. Der Selbstwert einer Person ist in Satirs Ansatz der Schlüssel aller Phänomene des Erlebens; er ist Voraussetzung für eine kongruente und authentische Kommunikation und für die Respektierung der Freiheit anderer bei Problemen. Ein wichtiges Therapieziel besteht demnach in der Entwicklung eines stabilen Selbstwertes.

Coachingbezug:
Ihre Arbeitsweise und Modelle sind noch heute Vorbild für viele Therapeuten und auch ein großer Bestandteil des NLP, der systemischen Therapie, für systemisches Coaching. Auch das innere Team von Schulz von Thun ist hergeleitet von den Arbeiten Satirs und ist in fast jeder Ausbildung zum Coach anzufinden.

Francine Shapiro

* 18. Februar 1948 in New York City; Begründer von EMDR

Leben:
Francine Shapiro ist eine amerikanische Literaturwissenschaftlerin, Psychologin und Begründerin von EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing). Das Verfahren des EMDR ist weltweit anerkannt zur Behandlung von Traumata und Angstzuständen. Die Idee von EMDR entstand bei einem Spaziergang durch den Park, bei dem die Augenbewegungen entlang der Baumspitzen den Stress belastender negativer Erinnerungen zu reduzieren schienen. Anderen Berichten zufolge entwickelten sich ihre Ideen in der Zusammenarbeit mit Robert Dilts, angeregt durch das NLP-Modell des Eye-Movement-Integrators. Basierend auf diesen Erfahrungen führte Francine Shapiro Studien durch, in denen sie die Wirksamkeit der Augenbewegungen nachweisen konnte. Heute arbeitet sie am „Mental Research Institute“ in Palo Alto, leitet das EMDR-Institut in Watsonville und gründete die Nonprofit-Organisation EMDR Humanitarian Aisstance Programs.

Coachingbezug:
In Deutschland wurde EMDR durch andere Methodenbestandteile erweitert und daraus die wingwave Methode entwickelt, wofür eine eigenständige qualifizierte Coaching Ausbildung angeboten wird, die Ausbildung zum wingwave Coach.

Friedemann Schulz von Thun

* 6. August 1944 in Soltau; Entwickler des Kommunikationsmodells und des Inneren Teams

Leben:
Nach seinem Studium der Psychologie, Philosophie und Pädagogik arbeitete Schulz von Thun als Assistent bei Reinhard Tausch und promovierte 1973 über die „Verständlichkeit der Wissens- und Informationsvermittlung“. Als Professor der Psychologie an der Universität Hamburg erforschte er bis zu seiner Emeritierung 2009 die Psychologie der zwischenmenschlichen Kommunikation und lehrte den Studienschwerpunkt „Beratung und Training“. Bekannt wurde Schulz von Thun durch sein dreibändiges Werk „Miteinander reden“. Mit seinem Modell des „Inneren Teams“ entwickelte er eine wertvolle Strategie zum Umgang mit inneren Konflikten, bei der jede „Stimme“ eine Würdigung erhält und nach einem Kompromiss zwischen verschiedenen inneren Tendenzen gesucht wird.

Coachingbezug:
Das Kommunikationsmodell sowie das innere Team sind wesentliche Bestandteile einer Coachingausbildung.

Paul Watzlawick

* 25. Juli 1921 in Villach, Österreich, ✝ 31. März 2007 in Palo Alto, Kalifornien; Begründer des radikalen Konstruktivismus und der Kommunikationstheorie

Leben:
Paul Watzlawick war ein Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe und Philosoph. Bekannt wurde er insbesondere durch seine Veröffentlichungen über den radikalen Konstruktivismus und zur Kommunikationstheorie. Als Professor für Psychotherapie an der Universität El Salvador lagen seine Forschungsschwerpunkte auf der systemischen Familientherapie und Kommunikationsprozessen. Die praktischen Erfahrungen, die seiner Arbeit zugrunde lagen, gewann er bei Beobachtung der Kommunikation schizophrener Patienten. Ab 1960 arbeitete Watzlawick am Mental Research Institute zusammen mit der Palo-Alto-Gruppe. Dort war er u.a. mit Gregory Bateson an der Entwicklung der Doppelbindungstheorie beteiligt. Paul Watzlawick leistete bedeutende Beiträge zum radikalen Konstruktivismus und zur Theoriebildung über Kommunikation. Er entwickelte eine Kommunikationstheorie, die auf fünf pragmatischen Axiomen aufbaut, die in jeder Situation mit kommunikativem Charakter gelten: 1. „Man kann nicht nicht kommunizieren.“, 2. „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt.“, 3. „Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktionen der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.“, 4. „Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.“, 5. „Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär.“ Seine Ideen und Modelle beeinflussten die allgemeine Psychotherapie sowie die Familientherapie und haben wichtige Implikationen für jede Art von Beratung.

Coachingbezug:
Die Sichtweise des Konstruktivismus zeigt die Notwendigkeit, die jeweilige Wirklichkeitskonstruktion des Klienten in ihrer Unterschiedlichkeit zu der des Coaches zu würdigen und ihm bei der Veränderung problematischer Konstruktionen zu helfen, auf. Die Begriffe Wirklichkeitskonstruktion und Realitätenkellner (Coach) finden heute in zahlreichen Konzepten Verwendung und das Verständins dafür ist ein wesentlicher Aspekt in einer Coaching Ausbildung beim vermitteln für Systemisches Coaching.

Wegbereiter:
Gregory Bateson

Ken Wilber

* 31. Januar 1949 in Oklahoma City, Oklahoma; Begründer des Integralen Instituts

Leben:
Ken Wilber ist ein US-amerikanischer Autor im Bereich der Psychologie, Philosophie, Mystik und der Spirituellen Evolution sowie Begründer des Integralen Instituts. Wilber befasst sich mit der Zusammenführung von Philosophie, Wissenschaft, Religion, Mystik und Meditation und gilt als Hauptvertreter der Transpersonalen Psychologie und Protagonist des Integralen Denkens. Er entwickelte die integrale Perspektive für Kunst, Kultur, Politik, Religion, Ökologie, Spiritualität, Psychologie und Therapie. Zu seinen Hauptwerken zählt das 1995 erschienene Eros Kosmos Logos, worin er sich mit Systemtheorien und Philosophiegeschichte befasst. In seinem Werk Integrale Spiritualität zeigt er die Notwendigkeit der Integration von Spiritualität in die Moderne und Postmoderne sowie Entwicklungsmöglichkeiten von Religion auf. Sein Konzept AQAL (all quadrants, all levels) beschreibt ein integrales Modell, bei dem verschiedene Komponenten berücksichtigt werden müssen: innerlich-individuelle, äußerlich-individuelle, innerlich-kollektive, äußerlich-kollektive Komponenten.

Wyatt Woodsmall

Leben:
Wyatt Woodsmall ist ein erfolgreicher Business-Berater, NLP-Master-Trainer und Mitbegründer der International NLP Trainers Association. Zusammen mit Tad James verfasste er ein Buch über Time Line Therapy. Woodsmall ist international anerkannter Experte auf dem Gebiet NLP und berät weltweit Organisationen und Betriebe in den Bereichen Veränderungsprozesse, Unternehmenskultur und Führungskräfteentwicklung. Er beschäftigte sich lange mit dem Bereich Spiritualität und Mystik und brachte vor 25 Jahren die Spiritualität ins NLP.

Coachingbezug:
Mittlerweile wird von seinen Schülern eine Ausbildung zum Coach / Time Line Coach angeboten.

Kam Yuen

Begründerin der “Chinese Quantum Methode”

Leben:
Kam Yuen entwickelte eine Therapie-Methode, die aus einem Zusammenschluss aus chinesischen Energietechniken, Quantenphysik und weiteren westlichen alternativen Methoden besteht. Sie ist eine Veränderungstechnologie von Gefühlen und Einstellung. Der Fokus liegt auf der genauen Lokalisierung und Transformation der Schwächen eines jeden Problemzustandes. In Europa ist seine Methode unter „Chinese Quantum Methode“ bekannt.

Coachingbezug:
Eine Zeit lang wurde eine Ausbildung zum CQM Coach angeboten.

Jeff Zeig

* 6.November 1947 in New York City; Weiterentwicklung des Utilisationsprinzip

Leben:
Jeff Zeig ist ein Psychologe, Psychotherapeut und Familientherapeut. Er war Schüler von Milton Erickson und entwickelte dessen „Utilisationsprinzip“ weiter. (Was immer ein Klient anbietet, wird für die Lösung genommen). Im gleichen Zuge ist er Gründer und Leiter der „Milton Erickson Foundation.“ Die individuellen Eigenschaften seines Klienten, als auch dessen Probleme zu nutzen (utilisieren), war Grundsatz seiner Therapie, um Lösungen zu erreichen.

Coachingbezug:
Das Utilisationsprinzip ist ein wichtiger und würdigender Baustein für Systemisches Coaching, obwohl es den Ursprung in der Hypnotherapie hat. Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig die Einflüsse Milton Ericksons‘ für das Systemische Denken sind, obwohl er selbst es nie so benannt hat.